So nah und doch so fern

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Endlich bin ich zurück in Bolivien um meine Tour fortzusetzen. Schon als ich im Februar meine Flüge gebucht habe, wurde ich von meinem Freund Marco aus Sucre darauf hingewiesen, dass mein geplanter Aufenthalt direkt nach der Präsidentschaftswahl sein wird und dies zu Problemen führen könnte.

Allgemeine Lage:

Der linke und erste indigene Präsident Boliviens, Eva Morales, ist seit 2006 an der Macht. Eine vierte Amtszeit wäre von Verfassung wegen eigentlich nicht möglich gewesen, Morales nahm aber Einfluss auf Politik und Gerichte und es kam zu einer Verfassungsänderung, die ihm eine erneute Kandidatur ermöglichte. Die Wahl ging äußerst knapp aus, 47,7% für Morals, 36,51% für seinen Konkurrenten Mesa. Das Wahlrecht in Bolivien besagt, dass ein Kandidat, wenn er nicht die absolute Mehrheit, aber über 40% hat, er mindestens 10% Vorsprung auf einen Konkurrenten haben muss. Besonders brisant dabei, die Hochrechnungen zeigten lange das es nicht für einen Vorsprung von 10% reicht und es eine Stichwahl geben wird. Erst in aller letzter Minute knackte er die Hürde. Daraufhin erklärte er sich selbst und die Wahlbehörde zum neuen Präsidenten. Dies führte zu landesweiten Protesten. Viele Straßen in und zwischen den Städten sind blockiert.

Besondere Lage:

Nach meiner Landung auf dem internationalen Flughafen von Santa Cruz wurde mir ein Transfer als Sozia auf einem kleinen Motorrad angeboten, ohne Helm und mit dem großen Koffer lehnte ich ab und entschied mich für ein Taxi. Der eigentlich nur 15 minütige Transfer dauerte so gute 1,5h, da das Taxi ständig irgendwelche Blockaden umfahren musste. Man muss jedoch erwähnen, dass wir die meisten Blockaden passieren durften. Die Demonstranten ließen uns passieren, als sie erfuhren, dass ich ein Tourist bin und versprach dem Taxifahrer einen besonders guten Preis zu zahlen. Jetzt bin ich in dem wohl best rezensierten Hotel der Stadt, dem Cosmopolitan, mitten im Zentrum. Bei meinen ersten Ausflügen in die Innenstadt zeigt sich Santa Cruz so wie ich es bereits kenne, lebendig und friedlich. Im bolivianischen Fernsehen konnte ich jedoch sehen, dass es außerhalb vom Zentrum wohl ein paar Zusammenstöße von Polizei und Demonstranten gab, den Bildern nach aber weit von dem entfernt was wir am 01. Mai in Berlin oder bei G7 Gipfeln gewöhnt sind. In der Hauptstadt LaPaz soll es da schon emotionaler zugehen, wie ich von anderen Motorradreisenden erfuhr, die dort schon ein paar Tage festsitzen, da man sie die Blockaden nicht passieren lässt.

Fazit:

So nah und doch so Fern, da der öffentliche Nahverkehr und vor allem die Fernbusse aufgrund der Blockaden nicht fahren ist derzeit kein Durchkommen nach Uyni möglich und mein Motorrad daher für mich noch nicht zu erreichen. Für heute Abend habe ich einen Flug nach Sucre, wo ich eigentlich meinen Geburtstag mit Marco feiern wollten. Ob ich ihn nehme weiß ich noch nicht, hier sitze ich neben einem internationalen Flughafen und komme jederzeit schnell aus dem Land, sollte der Zustand der Blockaden noch länger andauern oder die Lage gar eskalieren.

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2 Kommentare zu „So nah und doch so fern

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